Die alte Pfarrkirche in Sendling
St. Margaret
St. Margaret
Die Kirche thront markant auf dem Sendlinger Berg. Während ihre Fundamente und der Kern des Turms noch auf die Gotik (14. Jahrhundert) zurückgehen, verdankt sie ihr heutiges Erscheinungsbild weitgehend dem frühen 18. Jahrhundert.
Man kann über die Alte Sendlinger Kirche nicht sprechen, ohne das tragischste Kapitel der Münchner Stadtgeschichte zu erwähnen: die Sendlinger Mordweihnacht.
Im Jahr 1705 erhoben sich bayerische Bauern und Bürger gegen die österreichische Besatzungsmacht (unter Kaiser Joseph I.). Der Aufstand gipfelte in der Nacht auf den 25. Dezember. Die schlecht bewaffneten Rebellen versuchten, München zu stürmen, wurden jedoch nach Sendling zurückgetrieben.
Das Massaker: Trotz ihrer Kapitulation wurden die Aufständischen von den kaiserlichen Truppen gnadenlos niedergemetzelt. Viele der Bauern suchten Zuflucht auf dem ummauerten Friedhof der Alten Sendlinger Kirche, in der Hoffnung auf kirchliches Asyl – vergebens. Über 1.100 Männer ließen in dieser Nacht ihr Leben.
Der Schmied von Kochel: Legendär ist die Figur des (historisch nicht eindeutig belegten) Schmieds von Kochel, der bis zuletzt die Fahne des Widerstands gehalten haben soll und vor den Toren der Kirche fiel.
Im Inneren und an der Außenfassade finden sich bedeutende Zeugnisse, die die Erinnerung an diese Zeit wachhalten:
Heute ist die Alte Sendlinger Kirche ein Ort der Stille und des Gedenkens. Jedes Jahr am Heiligabend wird der Opfer der Mordweihnacht gedacht. Sie fungiert als Identifikationspunkt für den Stadtteil Sendling und bewahrt den dörflichen Charakter inmitten der expandierenden Landeshauptstadt.