Historie

Ursprünge des Vereins

Der Allgemeine Krankenunterstützungs- und Sterbekassenverein Sendling (gegr. 1872) gilt als der eigentliche Ursprung der Historischen Gruppe „Schmied von Kochel“ e.V. Der Verein war Mitte der 1920er Jahre bereits einer der ältesten und größten Wohltätigkeitsvereine Münchens. Ihm gehörten Beamte des Schlacht- und Viehhofs als Ehrenmitglieder sowie zahlreiche Metzgermeister, Angestellte und Arbeiter der Locomotivfabrik Krauß & Comp. (später Krauss-Maffei AG) aus dem Trambahnwerk in der Bavaria-/Lindwurmstraße an.

Laut den Überlieferungen beschlossen 1925 einige Männer des Krankenunterstützungsvereins an Heilig Abend eine besondere Gedenkveranstaltung zu Ehren der in der Christnacht 1705 gefallenen Freiheitskämpfer abzuhalten.

Somit war die Historische Gruppe „Schmied von Kochel“ innerhalb des Allgemeinen Krankenunterstützungs- und Sterbekassenvereins Sendling entstanden.

Leider sind sämtliche Unterlagen des Krankenunterstützungs- und Sterbekassenvereins verloren gegangen. Lediglich die Fahnen und Fahnenbänder des Vereins befinden sich noch im Besitz der Historischen Gruppe „Schmied von Kochel“.

1939 wurde das Gedenken an den bayerischen Volksaufstand von den Nationalsozialisten verboten. Auch die Amerikaner verbieten nach dem Krieg zunächst den Umzug. Erst am heiligen Abend des Jahres 1949 zog der Verein wieder den Sendlinger Berg „hinauf“.

Anfangs versammelten sich die Männer des Vereins am heiligen Abend in der Gaststätte „Zum Paulaner“ in der Oberländerstraße, dann beim  „Sendlinger Augustiner“ in der Alramstraße 24 mit ihren historischen Waffen. Von dort zogen sie um Mitternacht in einem Fackelzug mit Trommelbegleitung durch die Daiser- und Lindwurmstraße zum Schmied-von-Kochel Denkmal. Zwei Fackelträger wurden dort, genau wie heute auch noch, als Ehrenwache abkommandiert.

Der Zug setzte sich dann fort zur gegenüberliegenden alten Sendlinger Kirche St. Margaret um, wie heute, am Grab der Gefallenen mit einer Kranzniederlegung, einer Ansprache und dem Lied vom Guten Kameraden, gespielt von einem Blechbläser-Ensemble, der Freiheitskämpfer zu gedenken.

In den 50er Jahren, als das tragen unserer ‚Waffen‘ wieder erlaubt wurde, marschierte die Gruppe dann u.a. im jährlichen Wechsel mit dem Trachtenverein „Schmied von Kochel“ beim Oktoberfest Trachten- und Schützenzug mit.

1972, nach fast 100 Jahren, löst sich der Allg. Krankenunterstützungs-und Sterbekassenverein Sendling auf. Die Männer der Historischen Gruppe von 1925 gedachten aber weiter jedes Jahr zu Weihnachten den Opfern der Mordweihnacht von 1705.

Anfang der 1980er Jahre hätte sich die Gruppe beinahe wegen „Überalterung“ aufgelöst . Glücklicherweise ist damals Horst Thiele und die NaturFreunde München-Süd ‚eingesprungen‘ und haben die Historische Gruppe quasi „gerettet“. Bei der Vollversammlung 1981 wurde Thiele zum Vorstand gewählt und die Gruppe schließlich als eigenständiger Verein ins Vereinsregister eingetragen. Viele Mitglieder der Historischen Gruppe rekrutierten sich damals aus dem NaturFreunde-Verein und in der Vereinshütte „Klause im Schindergraben“ wurden  unzählige Stunden mit dem Schneidern von neuen Röcken und Westen verbracht.

Thiele verstarb 1986 viel zu früh. Im Anschluß führte Fritz Six den Verein als 1. Vorsitzender bis 1994, wobei von 1992 bis 1994 sein Sohn, Peter Six, den Vorsitz offiziell übernahm aber nie im Vereinsregister eingetragen wurde.

1994 wird dann der Aigner Max in der Mitgliederversammlung einstimmig zum neuen 1. Vorstand gewählt und führte den Verein – zusammen mit seiner Gitti – mit viel Geschick (und manchmal auch Geduld) erfolgreich 28 Jahre(!) lang durch gute und weniger gute Zeiten.

Seit 2004 versammeln sich die Vereinsmitglieder an heilig Abend im Stemmerhof, gegenüber der Kirche und gehen von dort um Mitternacht zum Schmied von Kochel Denkmal, dann die Lindwurmstraße „hinunter“ und über die Daiser-, Lindenschmit- und Plinganserstraße zurück zur alten Sendlinger Kirche.